Mit kompromisslosem EBM und maximaler Wucht melden sich Bagger 258 zurück. Nach der starken Resonanz auf frühere Veröffentlichungen kündigt die Band ihr neues Album „Aufwärts gehts bergab““ an, das am 20.02.2026 erscheint. Was also lag näher als Tim und Nico ein paar Antworten zu entlocken.
Hallo, bitte stellt euch doch selber mal kurz vor, da ich mir sicher bin das nicht alle Leser euch bereits kennen
Wir sind Nico und Tim, oder einfacher gesagt: Bagger 258. Wir machen Oldschool-Anhalt EBM und kommen aus Augsburg.
Ihr habt euch musikalisch dem Oldschool EBM verschrieben. Wer sind da so eure Idole? Die verdächtigen Nitzer Ebb, DAF und Front 242 oder doch jemand ganz anderes?
Nico: Natürlich haben wir immer schon zu Nitzer Ebb, Front 242 und DAF aufgeblickt, musikalisch gehen wir aber ja in eine total andere Richtung. Deshalb gibt es hier auch einige andere Bands, die uns wirklich beeinflusst haben. So z.B. eher Pouppee Fabrik oder Menticide aus Schweden. Letztere konnten wir für das Album für einen Remix gewinnen, was sich für uns natürlich extrem surreal anfühlt.
Man hört ja oft „Musik sollte nichts mit Politik zu tun haben!“.
Das können wir so keineswegs unterschreiben. Kunst ist IMMER politisch!
Wie erlebt ihr die Entwicklung der EBM-Szene in den letzten Jahren – und wo seht ihr euch darin?
Tim: Man sieht ganz klar: Die Szene wird immer kleiner. Es kommen kaum neue Bands nach, viele hören auf. Das ist natürlich extrem schade, weshalb wir als noch relativ junge Band von Anfang an gesagt haben: Wir möchten wieder EBM für ein breiteres Publikum machen. Wir wollen, dass die Szene wieder gesehen wird und so arbeiten wir für Remixe, Konzerte und Touren nicht nur mit den klassischen EBM Bands zusammen, sondern versuchen auch über den Tellerrand hinauszublicken, um „neues“ Publikum mit unserer Musik zu überzeugen.
Wie steht ihr zum Einsatz von analogen Synthesizern im Vergleich zu digitalen Instrumenten? Was bevorzugt ihr?
Nico: Sehr gute Frage. Wir hatten in unserer Laufbahn bereits viele Hardware- und auch analoge Synthies. Bei Bagger sucht man da aber ehrlicherweise vergebens danach. Auch wenn uns die Arbeit mit Hardware sehr viel Spaß macht, arbeiten wir komplett digital im Computer. Es gibt mittlerweile so viele gute Emulationen, da muss sich niemand mehr einen Jupiter 8 für 25.000€ kaufen.
Was war die größte Herausforderung bei der Produktion eures neuen Albums? Oder auch was hat sich in euren Abläufen seit eurem Debüt geändert?
Tim: Ich glaube die beiden größten Herausforderungen sind immer zuerst mal die Schreib-Blockade und das Problem einen neuen Sound zu finden, der trotzdem noch dich als Band vertritt. Wir hatten viele Song-Entwürfe, die wir ehrlich gut fanden, die allerdings einfach nicht der Sound waren, den wir uns für Bagger vorstellen.
Mit dem neuen Album haben wir nun einen guten Mix zwischen dem rohen & brachialen Sound des ersten Albums, sowie mehr Feinheit und Detail gefunden.
Wie entsteht ein Bagger 258 Song?
Nico: Ehrlicherweise immer gleich: Wir beginnen immer mit der Bass-Sequenz. Mit der steht und fällt eine Writing-Session bei uns. Danach folgt der grobe Aufbau, Details wie Percussion, LeadSynthies und zum Schluss dann der Text & Vocal-Aufnahmen.
Welche Rolle spielt die politische oder gesellschaftliche Situation in euren Songs?
Tim: Man hört ja oft „Musik sollte nichts mit Politik zu tun haben!“.
Das können wir so keineswegs unterschreiben. Kunst ist IMMER politisch!
Wir bezeichnen unsere Musik auch gerne selbst als „Arbeitermusik“ und ich glaube das trifft den Nagel auch ziemlich auf den Kopf.
Wir schreiben unsere Texte aus Sicht eines schlecht bezahlten und überarbeiteten Arbeiters in einem Stahlwerk, einer Kohlengrube oder wo auch sonst man sich in dieser Branche sieht.
Das heißt: Unsere Texte sind klar gegen eine sich bereichernde Oberschicht, während „wir Arbeiter“ nichts abbekommen, für die Möglichkeit seine Meinung in Form eines Streiks (Song: Arbeiterwut) auszudrücken etc.
Wie reagiert ihr auf neue musikalische Trends – integriert ihr bewusst frische Stilelemente oder ist der Old School Gedanke im Vordergrund?
Nico: Ehrlich gesagt machen wir einfach unser Ding. Wir lassen uns nicht mehr durch Trends oder andere Bands beeinflussen. Wir haben unseren Sound gefunden und wissen, was wir brauchen und können.
Bagger ist und bleibt Bagger; ohne großen Einfluss von außen.
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Weitere InformationenGibt es ein Ritual, das euch vor Konzerten besonders wichtig ist und wie waren eure ersten Shows eigentlich?
Tim: Uns ist es wichtig in den Charakter zu kommen. Wir ziehen uns um, setzen unsere Sonnenbrillen auf und dann atmen wir nur noch tief durch.
Unsere Shows im letzten Jahr waren der Wahnsinn! Wir hatten extrem viel Spaß und durchweg positiven Zuspruch vom Publikum. Deshalb auch Danke an alle Bands, mit denen wir so unterwegs waren und sein durften.
Wie entstehen eure Bühnenoutfits und das visuelle Gesamtkonzept für eure Live-Shows?
Nico: Grundsätzlich gilt hier für uns: wir wollen etwas Eigenes machen. Wir wollen, dass man direkt sieht „Aha, da steht gerade Bagger 258 auf der Bühne und nicht Band xy“.
Wir haben uns also mit unseren leuchtenden Bannern, einem Backdrop und Bühnen-EƯekten schon mal etwas ausgearbeitet, was wir sonst noch nie so bei einer Band gesehen haben. Das Thema Outfit ist natürlich auch wichtig. Hier versuchen wir wieder das „Arbeiterthema“ aufzugreifen: Tim trägt zB auf der Bühne einen schweren Overall.
Was hört ihr „privat“ für Musik?
Tim: Das ist ganz bunt gemischt. Wir können aber sagen: Wir sind keine EBM-Puristen. Wir hören von schwarzer Musik über Rock, Pop wirklich alles, was uns so gefällt. Solange die Musik gut gemacht ist, sind wir dabei! 🙂
Welche Bedeutung hat der Austausch mit eurer Fan-Community für euch und wie findet diese statt?
Nico: Uns ist es extrem wichtig Feedback von Fan-Seite aus zu bekommen. Wir versuchen auf unseren Konzerten am Merch-Stand mit Leuten zu sprechen; der Großteil findet heutzutage natürlich auf Social Media statt. Wir freuen uns über jede Nachricht von euch!
Welche Begegnung mit anderen Künstler*innen hat euch besonders inspiriert?
Tim: Für uns ist es immer interessant „hinter die Kulissen“ anderer Bands zu schauen.
Welches Stage-Setup nutzen sie, wie lösen sie dieses Problem, wie handhaben sie das, etc.
Ein besonderer Moment für uns war, als wir mit Icon of Coil spielen durften und das erste Mal auf Andy LaPlegua getroƯen sind. Er und seine Musik begleiten uns in der schwarzen Szene seit Tag 1 und deshalb waren wir hier vielleicht auch etwas „Starstruck“.
Habt ihr ein Lieblingsfestival, auf dem ihr schon gespielt habt oder spielen möchtet?
Nico: Natürlich würden wir gerne auf das WGT kommen. Ich würde sagen, das ist unser „Go-To“ Festival. Alleine schon, weil hier so viel in alle musikalischen Richtungen geboten wird und eben NICHT nur EBM, Rock, Electro oder was auch immer läuft.
2025 waren wir auf dem Familientreffen Sandersleben als Act zu Besuch und hier ist natürlich EBM pur! Das muss man mal erlebt haben, sehr tolles, wenn auch kleines Festival!
Vielen Dank für eure Zeit, das letzte Wort gehört euch
Tim: Danke für das tolle Interview, vielen Dank auch an EUCH Leser da draußen, dass ihr euch das hier durchgelesen habt.
Hört gerne in unser neues Album „AUFWÄRTS GEHTS BERGAB“ rein, folgt und schreibt uns auf Instagram, Facebook oder wo auch immer ihr wollt.
Wir sind dieses Jahr noch auf Tour, schaut auch hier gerne vorbei. Die Tour-Termine findet ihr auch auf unseren Social-Media-Kanälen. Wir freuen uns über jeden einzelnen von euch!
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