Allgemeines
Zum 33.Wave-Gotik-Treffen kamen ca. 20000 Menschen nach Leipzig. Nach der Eröffnung mit dem Viktorianischen Picknick am Freitag startete das Programm mit fast 200 Bands, Lesungen, Mittelaltermärkten und einem Treffen der Leichenwagen. Um die 30 °C strahlte die Sonne am Pfingstwochenende auf die Besucher.
Wieder waren Straßenbahnen und sonstige Verkehrsmittel überfüllt und scharenweise schwarze Besucher fuhren zwischen Agra-Gelände, Moritzbastei, Kuppelhalle des Volkspalastes, dem Völkerschlachtdenkmal oder auch Täubchental hin und her um die schwarze Musik inklusive schwarzes Lebensgefühl genießen. Bei rund 200 Bands aus ca. 20 Ländern reichte die Musik wieder über Future-Pop, Post-Punk bis Goth-Metal, von EBM bis Neofolk, von Mittelalter bis Industrial. Es gab auch wieder das heidnische Dorf, in dem viele auch große Bands spielten, aber auch Ausstellungen und Lesungen im Programm.
Die Konzerte und Veranstaltungen verteilten sich über das gesamte Stadtgebiet, so etwa in den altehrwürdigen Gemäuern der Moritzbastei, in der neo-antiken Kuppelhalle Volkspalast, im Haus Leipzig, Stadtbad und Felsenkeller.
Für uns überschnitten sich dieses Jahr, wie auch schon in den letzten Jahren zuvor, viele Bands, so dass wir viel abwägen mussten.
In unzählige Klubs luden Szene-DJs aus aller Welt bis zum Morgengrauen zum Tanzen ein.
Der 1886 geweihte Leipziger Südfriedhof gehört zu den größten und kunstgeschichtlich bedeutendsten europäischen Friedhöfen. Er ist mit seiner herausragenden Parkschöpfung, mit etwa 500 bedeutenden Kunstwerken und dem größten europäischen Friedhofsbauwerk ein großes Flächendenkmal. 560.000 Leipziger haben hier bisher ihre letzte Ruhe gefunden – darunter unzählige bedeutende Unternehmer, Wissenschaftler, Künstler und Architekten. Weiterhin fanden die Oberbürgermeister und auch die weltberühmten Thomaskantoren und Gewandhauskapellmeister hier ihre letzte Ruhestätte. Auch hier gab es wieder eine Führung über den Südfriedhof zum Wave-Gotik-Treffen.
Premiere feiert in diesem Jahr die Dark-Techno-Party Rave3000xWGT.Am Freitag konnten Interessierte ab 21 Uhr in der illuminierten Peterskirche tanzen. Vor Ort warteten DJs und eine Elektroband auf die Besucher. Der Eintritt war auch ohne WGT-Bändchen mit separaten Karten möglich.
Im Agra Café war wieder die Foto- und Kunstausstellung. Dieses Mal mit dem Fotografen Ron Kuhwede, dem Künstler Leander Wennige, Leni und Tanja Deschner, Susan Illingworth und Dicle Kara.
Es wurden Kurzfilme, Lesungen und Vorträge angeboten, wie z. B. Mark Benecke, Sascha Lange und Lisa Eckhart.
Der große Treffen-Zeltplatz lag wie immer auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsmesse „Agra“ am Rande der Stadt.
Mit den Obsorgekarten, die zum Zelten berechtigten, bekam man den Pfingstboten, das ausführliche WGT-Programmbuch.
Die öffentlichen Nahverkehrsmittel der Stadt konnten von Freitagmorgen bis Dienstagmittag alle WGT-Gäste, außer den Presseleuten, kostenlos benutzt werden.
Das Beste am Wave-Gotik-Treffen aber war seine einzigartige, magische Atmosphäre, die man überall in Leipzig spüren konnte und das wunderbare WIR-Gefühl.
Ankunft war für uns am Donnerstag und anschließend gingen wir mit Freunden in den Biergarten vom Felsenkeller und anschließend zum WGT EBM Warm Up mit Konzerten auf 2 Bühnen mit The Invincible Spirit, Dina Summer, Oberst Panizza, The JUGGERNAUTS; Damage Code, Plastikstrom, Liebknecht, TE/DIS, Aksa und LDX#40.
Auch gab schon die ein oder andere Party wie z.B. in der Moritzbastei die WGT-Eröffnungsfeier mit den Elektro All Stars Daniel Myer (DSTR, Covenant, Haujobb, Liebknecht, De/Vision redux) / Niko (Gimme Shelter, DSTR) / Boris May (Klangstabil) / Steffen Keth (De/Vision) und Isaac Howlett (Empathy Test).
Im Anschluss an das WGT EBM Warm Up im Felsenkeller, fuhren wir ins Hotel und haben noch einen Absacker an der Hotelbar getrunken.
Freitag begann der Tag mit der Agra um den Pressepass abzuholen und sofort tauchten die ersten Freunde auf z.B. Helge. Anschließend ging es gleich ins Heidnische Dorf, wo ich das erste Konzert mit Heimataerde und einen netten Plausch am Merchandise Stand genießen konnte. Auf ging es nun zum nächsten Treffen mit Esthi, ihrer Tochter und Eve und Paul und mal wieder gab es das berühmte erste Kirschbier.
Den Abend begann ich in der Agra mit Das Ich. Nach der schweren Krankheit des Sängers Stefan Ackermann und dem politischen Ausflug des Komponisten Bruno Kramm, meldeten sich Das Ich mit neuem Lineup zurück und veröffentlichten am 15. August 2025 ihre Single Lazarus und am 31.10.2025 das neue Album Fanal. Die Band schaffte heute beim WGT-Auftakt eine beeindruckende Symbiose aus Elektronik und Expressionismus und zog das Publikum in seinen Bann. Was für eine Show!
Nun kamen Solar Fake auf die Bühne. Trotz des krankheitsbedingten Ausfalls von André Feller lieferte die Band, live unterstützt von Elliott Berlin, gewohnte Synth-Pop-Qualität mit einer tollen Setlist, die das Publikum am heutigen Abend begeisterte.
Da ich in den 80-ern aufgewachsen bin, kam ich natürlich nicht an Kim Wilde vorbei und freute mich riesig, sie mal wieder zu sehen. Nostalgie pur. Sie hat so einige Hits gesungen und mit ihrer kräftigen Stimme einfach abgeliefert!
Der Auftritt der Einstürzenden Neubauten zählte mit zu den großen Highlights des 33. Wave-Gotik-Treffens (WGT). Die Berliner Industrial-Pioniere boten eine faszinierende Performance, die das Publikum durch ihren ikonischen, handgemachten Lärm- und Klangkosmos in den Bann zog.
Unsere letzte Band an diesem Abend war Anja Huwe/X Mal Deutschland. Nach ihrer jahrzehntelangen Pause bewies die Sängerin eindrucksvoll, dass sie nichts von ihrer Ausstrahlung verloren hat. Der Auftritt von Anja Huwe war eines meiner absoluten Festival-Highlights. Die legendäre Frontfrau der Post-Punk-Pioniere Xmal Deutschland füllte die Agra und begeisterte die schwarze Szene mit einer grandiosen Bühnenpräsenz.
Am Samstag fuhren meine liebe Freundin Annie und ich gegen Mittag zum Südfriedhof. Annie hat dort so einige Models fotografiert und ich schaute mir die Leichenwagen Prozession an, welche am Leuschnerplatz startete und in Richtung Südfriedhof in einer Kolonne aufbrachen. Dort habe ich auch die 56 Leichenwägen inkl. einer Kutsche bestaunen können.
Da gleich nebenan die 27. Leipziger Bierbörse stattfand und dort meine Freundin Mel am Stand des Turm Brauhaus aus Chemnitz war, habe ich bei der Hitze erst einmal ein leckeres Radler getrunken.
Heute sollte es wieder in die Agra gehen. Aber als erstes schaute ich natürlich noch eine Ausstellung in der Hofgalerie GESTUS mit Fotografien von Gerd Lehmann an. Der 1945 geborene Gerd Lehmann, der selbst als Modell für Modeproduktionen vor der Kamera stand, wechselte 1969 als Autodidakt die Seite und avancierte zu einem der bekanntesten Beautyfotografen der DDR und machte sich auch in Westberlin einen Namen. Nach der Wende fotografierte er die Nachwende-Technoszene Leipzigs und hinterließ mit seinen Gothic-Bildern einen tiefen Eindruck in der Schwarzen Szene, die er jahrelang mit der Kamera begleitete.
Die Ausstellung zeigte neben den Szene-Aufnahmen auch viele interessante Fotografien aus den Bereichen der Beauty-, Mode- und Gebrauchsfotografie. Ein sehr schönes Gespräch mit dem Künstler begleitete uns durch seine Ausstellung.
Der Abend galt wieder einmal der Agra und den begannen wir mit der schwedischen Elektro-Punk-Band Cat Rapes Dog. Anlässlich ihres 40-jährigen Bandbestehens bot die Band eine mitreißende Jubiläumsshow, die die Fans restlos begeisterte. Es war einfach ein energiegeladener Auftritt bei fast 30 °C.
Frontline Assembly (FLA) eine der umtriebigsten und einflussreichsten Bands der Electronic Body Music kamen nun auf die Bühne. Ihre Songs sind düster und tanzbar, antriebsvoll und unheimlich. In diesem Jahr feiert auch diese Band zudem ihr 40-jähriges Bestehen und kann dabei auf 20 Alben zurückblicken. Die Fans feierten die Setlist frenetisch.
Als letzte Band an diesem Abend sahen wir uns noch Covenant an. Auch diese schwedische Band brachte einen Querschnitt durch ihre 40-jährige Bandgeschichte.
Der Sonntag war ziemlich schwierig. Einerseits wollten wir Bands wie Blaklight, Gulvoss, Empathy Test, Diorama und Solitary Experiments im Felsenkeller sehen, andererseits aber auch die Bands Corpus Delicti, Clan of Xymox, She Past Away, London After Midnight und Lacrimosa in der Agra.
Wir entschieden uns für die Agra.
Noch eine kleine Runde durch die Verkaufsmeile und der Ausstellung in der Agra 4.2 und dann ging ist in die Agra Halle zu Corpus Delicti.
Die französische Post-Punk/Dark-Wave-Band Corpus Delicti, die bereits in den 90er Jahren eine feste Größe im Dark Wave waren, haben sich endgültig als eine der wichtigsten Live-Bands des modernen Post-Punk-Revivals etabliert. Die Band um Frontmann Sébastien Pietrapiana lieferte eine hochgradig energetische Performance ab, die vom Publikum frenetisch gefeiert wurde.
An diesem Abend verwandelte die niederländisch-niederdeutsche Band um Frontmann Ronny Moorings – Clan Of Xymox – die große Agra-Messehalle in einen Hexenkessel der melancholischen Klänge. Die melancholische Grundstimmung gepaart mit dem tanzbaren Beat ging direkt ins Bein. Es war einfach ein genialer Auftritt.
Der Auftritt von London After Midnight war mit eines der emotionalen Highlights des Pfingstwochenendes. Frontmann Sean Brennan lieferte am Sonntagabend vor einer begeisterten Zuschauermenge eine energiegeladene Show ab.
Nach einigen Jahren, in denen die Band um Tilo Wolff und Anne Nurmi vorwiegend opulente Orchester-Shows zelebrierte, kehrte Lacrimosa beim WGT 2026 in ihrer altbewährten Rock-Formation mit einer Trompete auf die Bühne zurück. Es war Mischung aus symphonischem Gothic Metal und der erdigen Rock-Performance, mit alten und neuen Songs.
Am Montag
In den Promenaden des Hauptbahnhofs, schaute ich mir die Steampunk Ausstellung „Rost und Glanz“ an. Zwei Künstler zeigten ihre einzigartigen Werke: Claus-Peter Stoffels mit detailreichen Objekten aus historischen Materialien und Frank Smolke mit kreativen Upcycling-Kunstwerken und außergewöhnlichen Outfits, inspiriert von Visionären wie Jules Verne und H. G. Wells – voller Abenteuer, Kreativität und Erfindergeist.
Heute Abend ging es ins Haus Leipzig, wo die britische Post Punk Band Ist Ist aufgetreten ist. Die Band präsentierte eine energiegeladene Mischung aus treibenden Bässen und melancholischen Synthesizern, die typisch für ihren modernen Post-Punk-Stil ist. IST IST bewiesen, warum sie aktuell zu den packendsten Live-Acts des Genres gehören. Ein super Auftritt.
Leider ging es mir an diesem Abend nicht so gut, so dass ich nach Ist Ist abbrechen musste und Pink Turns Blue leider nicht mehr sehen konnte.
Fazit
Es war, wie die Jahre zuvor, schön gleichgesinnte Freunde wieder zu treffen, wie Annie & Pat, Jörg & Beatrice, Esthi & mit ihrer Tochter, Eve & Paul, Mel, Hanka & Chris, Helge, Sandro, und noch viele andere mehr! Es war wunderbar mit Euch Allen!
Die Vorbereitungen für das 34. Wave Gotik Treffen haben auch schon begonnen.
Auch an dieser Stelle nochmal ein Riesenkompliment und großes Danke an die Organisatoren, Helferlein und an den Pressesprecher des WGT Cornelius Brach. Es war uns wie immer ein Vergnügen, bei so einem wiederholten sehr gut durchorganisierten Event wieder dabei gewesen zu sein und für unser Musikmagazin arbeiten zu dürfen.
Vielen Dank an die Künstler, den Veranstalter und allen die hier mitgeholfen haben.
Auch ein großes Dankeschön an Michael von www.monkeypress.de für den vorab zusammengestellten Programmplan.
Tausende Gothics kamen wieder einmal im Jahr nach Hause – zum Wave-Gotik-Treffen.
Wir freuen uns schon auf das 34. Wave-Gotik-Treffen, welches vom 14.05. bis 17.05.2027 in Leipzig stattfinden wird!
Bis dahin alles Liebe
Betty & Kaschy – Teil Black-Generation Team



















