Mit „Static Veil“ (20.02.2026) meldet sich Fortification 55 eindrucksvoll zurück. Die 4 Track EP beinhaltet das erste neue Material seit über 17 Jahren. Da lag es nahe sich Björn und Jan für ein paar Fragen zu schnappen.
Hallo, wer steck hinter Fortification 55? Stellt euch doch mal kurz vor.
Björn: Ja moin wir sind Jan und Bjoern aka Fortification 55 vielleicht kennt der eine oder andere uns noch aus den 90ern?
Jan: Und ich bin Jan, der „Architekt“ hinter dem Sound. Ich kümmere mich um die musikalische Umsetzung und die Vocals. Zusammen sind wir Fortification 55.
Fortification 55 war lange Zeit auf Eis gelegt. Was hat euch bewogen, wieder neue Songs in Angriff zu nehmen?
Björn: Nach unserem letzten Konzert 2006 haben sich unsere Wege getrennt. In der Pandemie kam der Kontakt wieder zustande, aber die konkrete Idee für Neues kam vor etwa zwei Jahren. Inzwischen haben wir Material für drei Alben zusammen!
Jan: Genau, wir hatten über die Jahre viele Fragmente gesammelt. Den letzten Anstoß gab Anfang 2025 die Anfrage für ein Depeche-Mode-Cover („Photographic“). Dass dieses im November so gut ankam, war für uns das Zeichen: Jetzt ist der richtige Moment, die alten Ideen mit einer Prise „Pepp“ zu vervollständigen.
Habt ihr in den 17 Jahren Funkstille musikalisch etwas getan?
Björn: Raus aus dem Musikbusiness war ich nie, war im Management-Bereich tätig und habe für diverse Bands auch live in die Tasten gehauen (z. B. Combichrist).
Jan: Ich war ebenfalls immer nah an der Musik, allerdings eher als mobiler DJ auf privaten Events. Das schult das Gehör für verschiedene Genres ungemein. Außerdem habe ich die Zeit genutzt, um an meiner Stimme zu feilen und Gesangsunterricht zu nehmen.
Inzwischen haben wir Material für drei Alben zusammen!
Mit „Static Veil“ steht die VÖ eurer neuen EP kurz bevor. Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis?
Björn: Ja absolut, wir haben ja genug Tracks zur Auswahl gehabt und ich denke, mit „Static Veil“ haben wir einen guten Song für ein Comeback rausgepickt.
Jan: Ich bin auch extrem zufrieden. Es ist eine treibende, melodische 126-BPM-Nummer geworden. Dass wir damit jetzt direkt auf Platz 7 der DAC gelandet sind, ist für uns natürlich die schönste Bestätigung.
Was sind eure Einflüsse und Inspirationen?
Björn: Eigentlich weder noch, wir haben einfach das gemacht, was uns gefiel, so wie wir es immer gemacht haben.
Jan: Meine Einflüsse kommen stark aus den 80ern. Ich liebe bis heute Italo-Disco. Ich denke, diesen Sinn für eingängige Melodien hört man bei Fortification 55 deutlich heraus – das war schon früher so und gehört einfach zu uns.
Was ist heute anders als in den 90ern? Was hat sich von eurer Herangehensweise an neue Songs geändert?
Björn: Die Technik ist viel weiter fortgeschritten. Damals mussten wir alles im Studio aufnehmen, was kostspielig war. Heute geht alles von unserem Heimstudio aus.
Jan: Die Digitalisierung hat auch die Zusammenarbeit vereinfacht. Wir müssen nicht mehr zwingend gleichzeitig im selben Studio sitzen. Ideen und Skizzen lassen sich in Sekundenschnelle hin- und herschicken, was den Prozess sehr dynamisch macht.
Gibt es bestimmte Themen, die euch in euren Songtexten besonders wichtig sind?
Björn: Nein.
Jan: Ich lasse mich eher von Stimmungen leiten. Ich bin ein Fan von Science-Fiction Romanen, Serien und Filmen wie der „Matrix-Trilogie“. Die besten Inspirationen kommen mir aber ganz analog bei z B langen Spaziergängen am Meer.
Welche Pläne und Projekte habt ihr für die Zukunft von Fortification 55?
Björn: Erstmal kommt Ende Mai die zweite Single, bevor es im Oktober mit dem Album „Gated World“ weitergeht. Eventuell kommt Mitte September noch eine dritte Single und zum Jahresende eine EP.
Jan: Genau, wir haben uns für Ende Mai auf die Single „Echoes (of the Abyss)“ festgelegt. Mein Ziel ist es, den Sound bis zum Album-Release im Oktober atmosphärisch weiter zu verfeinern.
Mit welchen Bands oder Künstler*innen würdet ihr gerne zusammenarbeiten, wenn ihr freie Wahl hättet?
Björn: Bah, schwere Frage, aber wer würde nicht mal davon träumen, etwas mit Depeche Mode zu machen?
Jan: Depeche Mode wäre natürlich das Nonplusultra. Aber fände es auch spannend, mal mit einer der großen Ikonen aus den 80ern zusammenzuarbeiten.
Wie erlebt ihr die aktuelle Szene in eurem Genre und fühlt ihr euch einer bestimmten musikalischen Bewegung zugehörig?
Björn: Das kann ich gar nicht so direkt sagen – zu welcher Szene gehören wir denn?
Zu welcher Szene würdest du euch denn zählen? Ich hätte euch spontan in die Richtung Synthy-Pop geschoben, was wiederum für viele unter dem großen Mantel „Schwarze Szene“ Platz hat. Oder fühlts du dich keiner Szene zugehörig?
Björn: Doch da hast du allerdings recht Synthpop klingt gut
Jan: Wir passen in keine Schublade. Aber Platz 7 in den DAC zeigt uns, dass wir in der Alternative-Szene genau richtig sind. Mein 80er-Hintergrund und unsere heutige Härte scheinen den Nerv zu treffen.
Habt ihr geplant, die neuen Songs auf die Livebühne zu bringen?
Björn: Nein, und wenn, dann nur mit richtiger Live-Band. Wir haben zwar schon Anfragen aus Mexiko und Peru, aber das steht erst mal noch aus.
Jan: Wir konzentrieren uns dieses Jahr erst einmal voll auf die Veröffentlichungen. Konkrete Pläne für eine Tour gibt es aktuell noch nicht, aber für die Zukunft ist es absolut nicht ausgeschlossen.
Gibt es ein Bandmitglied, das einen ungewöhnlichen musikalischen Hintergrund oder ein besonderes Hobby hat?
Björn: Pfff, ich züchte Schlangen – ist das ungewöhnlich?
Jan: Ich bin nebenbei als DJ auf privaten Events unterwegs. Das hilft mir dabei, ein Gespür für die Dynamik von Songs zu behalten. Während Björn sich also um die Reptilien kümmert, bastle ich am passenden Beat dazu.
Rückblickend: Was war bislang euer größtes Highlight als Band?
Björn: Für mich waren es immer die Konzerte in Mexiko.
Jan: Da schließe ich mich Björn zu 100 Prozent an. Die Konzerte in Mexiko sind bis heute unvergessen. Wir hoffen natürlich, dass in Zukunft noch das eine oder andere Erlebnis dieser Art dazukommt!
Möchtet ihr euren Fans oder Leser*innen noch etwas mitteilen?
Björn: Vielen Dank!
Jan: Wir möchten uns für den unglaublichen Support bedanken. Dass „Photographic“ acht Wochen in den Charts war und „Static Veil“ direkt auf Platz 7 gesprungen ist, haut uns um. Danke an alle Fans und DJs!
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