Der Tourauftakt von Beyond Border führte an diesem Abend in die Bochumer Matrix – und schon vor dem ersten Ton lag eine besondere Spannung in der Luft. Über Social Media machte kurz vor Konzertbeginn eine Nachricht die Runde, die nichts Gutes verhieß: Iggy hatte einen Unfall. Dass er den Auftritt trotzdem durchziehen wollte, verlieh dem Abend schon vorab eine zusätzliche Portion Dramatik.
Gegen 19:30 Uhr gehörte die Bühne zunächst Oliver von Decence. Vor dem Stagebereich hatte sich zwar nur eine überschaubare Menge versammelt, doch an ihm lag der zurückhaltende Zuspruch ganz sicher nicht. Mit professioneller Ruhe und sichtbarem Einsatz spielte er sich durch sein Set und schaffte es, die Anwesenden sofort auf Betriebstemperatur zu bringen. Kaum hatte man sich eingegroovt, war sein Auftritt gefühlt auch schon wieder vorbei.
Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht, denn schon kurz darauf stand mit Zoodrake der nächste Act auf der Bühne. Hilton Theissen legte einen Auftritt hin, der vor allem von Präsenz, Energie und echter Entertainer-Qualität lebte. Musikalisch mag das vielleicht nicht immer exakt meinen Nerv treffen, doch was dort auf der Bühne passierte, verdiente uneingeschränkten Respekt. Mit vollem Einsatz und jeder Menge Charisma riss er das Publikum mit – und ehe man sich versah, war auch dieses Set wie im Flug vergangen.
Nach einer weiteren kurzen Umbaupause war es schließlich so weit: Beyond Border betraten die Bühne. Zwar musste die Band an diesem Abend auf Deity verzichten, der aus beruflichen Gründen nicht dabei sein konnte, dafür stand ein Gitarrist mit auf der Bühne. Alle Augen richteten sich jedoch zunächst auf Iggy, der leicht humpelnd auftrat – ein sichtbares Zeichen des Unfalls, der kurz zuvor noch für Unruhe gesorgt hatte. Doch spätestens mit den ersten Songs rückte das in den Hintergrund. Mit jeder Minute schien das Adrenalin die Oberhand zu gewinnen, und vom anfänglichen Humpeln war im Laufe des Konzerts kaum noch etwas zu sehen. Beyond Border lieferten ein druckvolles Set ab, in dem Klassiker ebenso ihren Platz fanden wie Songs vom aktuellen Album „Aftermath“. Die Anwesenden nahmen das dankbar auf und sorgten trotz kleinerer Kulisse für genau die Energie, die ein solcher Abend braucht. Iggy brachte es zwischen den Songs selbst auf den Punkt: „Auch wenn es nur wenige Leute sind, so lange die gut drauf sind, macht es dennoch Spaß.“ Treffender ließ sich die Stimmung dieses Konzerts kaum zusammenfassen. Gegen 23:30 Uhr endete ein Abend, der vielleicht nicht die große Masse angezogen hatte, den Anwesenden aber dennoch einiges bot. Umso unverständlicher bleibt die Frage, warum ein Paket mit drei Bands nur so wenig Zuspruch erhielt. Der Stimmung vor Ort tat das letztlich jedoch keinen Abbruch – und für mich war es ein durchweg gelungener Konzertabend.
Umso bitterer ist es, dass diese Tour nach nur einem einzigen Konzert schon wieder gestoppt werden musste. Offenbar haben die behandelnden Ärzte Iggy geraten, vorerst auf weitere Auftritte zu verzichten. Bleibt zu hoffen, dass Beyond Border die „Aftermath Tour“ irgendwann nachholen können – und dann vor deutlich mehr Publikum spielen.









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