Mit der Auftakt-Single „Faith!“ haben Sea Of Sin bereits im Sommer 2025 ihre neue Release-Strategie eingeläutet und veröffentlichen nun im März das neue Album „The Shape of a Lonely Soul“. Dem Duo Frank und Klaus konnten wir vorab ein paar Antworten entlocken
Hallo, wie ist die Idee zum Album „The Shape Of A Lonely Soul“ entstanden und was hat euch inspiriert?
Frank: Ich arbeite praktisch fortlaufend an neuen Song-Ideen, halte diese als Demos fest und teile sie mit Klaus. Nachdem wir unseren Fokus in 2024 auf Live-Konzerte gelegt hatten (im Rahmen des 30jährigen Band Jubiläums) haben wir dann Anfang 2025 verstärkt damit begonnen, die Demos zu sichten und erste Favoriten zu selektieren, die wir dann weiter ausarbeiten und produzieren wollen.
Klaus: Ich habe dann angefangen, sukzessive erste Rough Versionen der Songs anzulegen und diese im next step dann weiter in meinem Home Studio produziert. Unser Produktions-Weg hat sich da über viele Jahre eingespielt und funktioniert auch über die weite Distanz Hamburg (Klaus) – Stuttgart (Frank) hinweg. Via File-Sharing kann man Ideen und Produktionsstände heutzutage ja zum Glück kurzfristig teilen und Feedback geben und so iterativ an den Stücken weiterarbeiten.
Frank: Der Album-Titel hat sich dann allerdings erst später herauskristallisiert, nachdem für uns klar war, in welche thematische und textliche/inhaltliche Richtung die neuen Songs gehen würden. „The Shape Of A Lonely Soul“ bildet insofern die Klammer für alle Songs, die es final aufs Album geschafft haben. Der Album-Titel steht sinnbildlich für die bewegten Zeiten, in denen wir leben, geprägt von den gegenwärtig vorherrschenden politischen wie gesellschaftlichen Verwerfungen sowie vom Kampf und Widerstand dagegen, die von so vielen als Ausweg- und Hoffnungslosigkeit des modernen Lebens wahrgenommen werden.
Gab es während des Songwritings oder der Produktion besondere Herausforderungen oder Überraschungen?
Klaus: Uns war von Anfang an klar, dass wir sowohl beim Songwriting als auch beim Producing für uns ein Stück weit neue Wege gehen wollten, jenseits starrer Genre Grenzen: mehr Uptempo, mehr Einflüsse von Indie/Rock, Postpunk, New Wave, was sich letztlich dann v.a. in den ersten drei Singles widergespiegelt hat. Wobei auch schon die Vorgänger-Alben „Unbroken“(2019) und „Tired Of Chasing Ghosts“ (2023) mit dem Label „Synthpop“ nur noch bedingt passend beschrieben sind, dieses Mal wollten wir jedoch ganz bewusst noch einen Tick mutiger sein – beispielhaft sei hier der Song „Bang Bang Bang“ genannt.
Welche Themen oder Emotionen stehen im Mittelpunkt des Albums, und wie habt ihr diese musikalisch umgesetzt?
Frank: Die Texte bewegen sich schwerpunktmäßig in den Themenfeldern Ausweg-/Hoffnungslosigkeit, innere Leere, Überforderung und sich aufstauende Wut, in einer sich immer mehr polarisierenden Gesellschaft. Die letzten Jahre haben den Menschen weltweit emotional wie seelisch extrem viel abverlangt und stark verunsichert, von der Corona-Pandemie, über den Ukraine-Krieg bis hin zur sich weiter zuspitzenden geo-politische Weltlage mit Spannungen und unvorhersehbaren Konsequenzen, auch wirtschaftlicher und existenzieller Natur. Zudem sorgt das Thema KI zusehends für Verunsicherung bei den Menschen. All diese Emotionen haben wir versucht, bestmöglich in ein für uns passendes und eigenständiges Soundgewand zu packen.
Gibt es einen Song auf dem Album, der euch persönlich besonders am Herzen liegt? Warum?
Klaus: Wir durchschreiten immer einen längeren Prozess, um aus der Vielzahl an Demos und Drafts am Ende die wirklich besten Songs für ein Album zu selektieren. Insofern sind uns alle der ausgewählten Songs doch sehr ans Herz gewachsen, weil wir in diese jeweils sehr viel Zeit und Herzblut investiert haben, bis die Songs final stehen. Natürlich hat man da auch immer wieder mal seine Favoriten, aber das ändert sich mit der Zeit. Am Ende wollten wir ein zeitloses und homogenes Werk schaffen – wobei die zweite Hälfte des Albums ein Stück weit mehr den etablierten Sea of Sin-Sound widerspiegelt, mehr Midtempo, ein Stück weit eine Brücke zum Sound der 90er Jahre.
Für uns ist Spotify v.a. in Sachen Promo & Bekanntheits-Steigerung eine sehr wichtige Plattform. Das Album-Format ist da fast schon etwas überholt
Mit wem habt ihr bei diesem Album zusammengearbeitet und wie haben diese Kollaborationen den Sound beeinflusst? Oder arbeitet ihr als Duo alleine?
Frank: Wir agieren ja schon seit längerem komplett autark und sind auch ganz bewusst zu 100% Independent. Songwriting, Lyrics, Mixing, Produktion – das alles machen wir eigenständig. Dadurch zieht sich der Produktionsprozess zwar mitunter mal etwas in die Länge, aber wir sind dadurch für die Ergebnisse letztlich auch komplett selbst zuständig bzw. verantwortlich. Wir arbeiten schon seit Mitte 2021 ohne Label oder Vertrieb, ebenso kümmern wir uns selbst um das Thema Booking. Bei den Themen Grafik&Layout (fuchsconcepts Stuttgart) sowie beim Thema Mastering (Calyx Berlin) greifen wir auf bewährte Experten zurück. Und die Vocal-Recordings machen wir seit dem „Unbroken“ Album im „Studio B“ in Stuttgart bei Thomas Banse, der uns auch schon live gemischt hat (u.a. am 02.08.2025 als Special Guest bei Camouflage). Zudem haben wir nach längerer Pause auch mal wieder ein Musik-Video produziert (für „Bang Bang Bang“) mit Daniel Vossen (dvfilmproductions), für die anderen Singles hat Hans Guillermo Weidhoder (feedbackmedia Stuttgart) großartige Visualizer Videos produziert. Hier und da bedienen wir uns also schon aus unserem bewährten Netzwerk, probieren aber – wo es sich anbietet – durchaus auch Mal etwas Neues aus.
Wie unterscheidet sich „The Shape Of A Lonely Soul“ von euren bisherigen Werken?
Klaus: Im Gegensatz zu den Vorgänger-Alben und -Singles, bei denen wir jeweils auch renommierte Remixer eingebunden hatten, wollten wir den Fokus dieses Mal ganz bewusst auf „unsere Versionen“ legen, damit diese den kompletten Fokus erhalten; so spannend und bereichernd es auch sein mag, die eigenen Songs in Re-Interpretationen anderer Künstler zu hören. Was definitiv auch neu ist: wir haben zum ersten Mal eine limitierte Kleinserie an Vinyl produziert. Das war echt mit einem mega Aufwand verbunden und erfordert einen langen zeitlichen Vorlauf, zum Glück wusste ich das en Detail noch nicht im Vorfeld!
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Weitere InformationenAus dem Album, habt ihr ja jetzt im Vorfeld bereits 6 Songs als Single veröffentlicht.
Nehmt mich mal bitte mit auf den Plangedanken dahinter. Ich hätte ja jetzt spontan gesagt das ein, zwei Singles das Album anteasern sollen, aber nicht das mehr als 50% des Werkes bereits bekannt sind.
Frank: Das was Du beschreibst, ist die klassische Release-Strategie früherer Tage. Wir leben inzwischen ja aber im Zeitalter des Streamings. Da ist man eigentlich am besten beraten, regelmäßig Singles und Tracks zu releasen, um die Zuhörerschaft und den Algorithmus bei Laune zu halten. Jede Single erhält dadurch einen besonderen Fokus, v.a. auf Spotify über das sogenannte „Release Radar“. Für uns ist Spotify v.a. in Sachen Promo & Bekanntheits-Steigerung eine sehr wichtige Plattform. Das Album-Format ist da fast schon etwas überholt, uns liegt aber weiterhin viel an einem Gesamt-Kunstwerk im Album Format, gerade auch für unsere treuen Fans. Deshalb haben wir auch wieder CDs und die genannte Klein-Serie an Vinyl produziert. VÖ ist übrigens am Freitag, 13.3.2026 – beide Formate können exklusiv über den webshop poponaut.de erworben bzw. auch vorbestellt werden, was sich v.a. beim limitierten Vinyl empfiehlt.
Was sind eure Pläne nach der Veröffentlichung von „The Shape Of A Lonely Soul“? Gibt es weitere Projekte oder Touren?
Klaus: Wir haben im letzten Jahr all unsere Energie und Ressourcen in die Produktion des Albums gesteckt. Neues Material ist jetzt erst einmal nicht geplant. Wenn man sieht, was wir seit dem Comeback 2018 alles veröffentlicht haben, ist das auch eine ganze Menge. Fans und neue Hörer haben wirklich viel Musik zu entdecken, die Songs & Alben aus den 90ern dabei natürlich nicht zu vergessen. Eine Tournee zu einem neuen Album wäre natürlich immer super, das muss sich aber auch finanziell und v.a. zeitlich darstellen lassen. Wir haben ja beide fordernde Haupt-Jobs abseits der Musik, und Familie & Freunde, die auch nicht zu kurz kommen sollen. Wir sind wie in der Vergangenheit aber natürlich immer daran interessiert, passende Events & Festivals zu spielen, da wir sehr gerne unsere Songs live performen. Anfang Februar haben wir u.a. auch unsere erste Ausgabe der „Synth & Wave Pop Night“ in Hamburg im LOGO umgesetzt, zusammen mit Psyche, mit denen wir inzwischen freundschaftlich verbunden sind. Das lief wirklich super mit fast 200 zahlenden Gästen, das ist alles andere als selbstverständlich in aktuellen Zeiten.
Vielen Dank für eure Zeit, das letzte Wort gehört euch!
Frank: Wir sind total happy, dass unser neues Album schon bald das Licht der Welt erblicken wird. Diesen Moment, auf den wir lange, mit viel Herzblut und Energie hingearbeitet haben, möchten wir mit unseren Fans natürlich ausgiebig feiern und genießen! Im Rahmen der Festivals „Kielectric“ am 04.04.2026 in Kiel und „Electronic Westbound Night 2026“ am 02.05.2026 in Krefeld findet sich dafür bestimmt ausreichend Raum…
Gleichzeitig sind wir gespannt, was das zweite Halbjahr 2026 in einem immer stärker umkämpften Live-Sektor ggf. noch bringen wird. Wir haben natürlich mega Bock darauf, unser neues Album in einem wertigen Rahmen live zu präsentieren und freuen uns über ernstgemeinte Anfragen.
Zum Schluss noch ein riesengroßes Dankeschön an all unsere treuen Fans da draußen, ohne deren Unterstützung dies alles gar nicht möglich wäre !!
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